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Zufriedenheit


In meinen Single-Zeiten war ich generell zufrieden. Trotzdem plagte mich ab und zu eine große Unzufriedenheit. Ich entsprach mit meiner Zufriedenheit ja nicht der gesellschaftlich angenommenen Norm, nach der Zufriedenheit nur im Zustand der Verpaarung zu erreichen sei.

Zudem war ich zu dieser Zeit speziell an Feiertagen und Ferienzeiten besonders unzufrieden, weil ich da besonders diese „Lücke“ in meinem Leben zu spüren bekam. Selbst Aussagen meiner weniger zufrieden verpaarten Freunde im Stil „ Du weißt gar nicht, wie gut Du es hast!“, halfen mir in diesen Momenten kaum weiter, implizierten sie doch ebenfalls einen Mangel, in diesem Fall an Wissen über den Zustand des „Nicht-Single-Seins“.
Ich war also meist zufrieden und wenn ich unzufrieden war, dann zu 80% weil die Gesellschaft mir in irgendeiner Form suggerierte, ich müsse unzufrieden sein.

In meinen verpaarten Zeiten war ich generell zufrieden. Trotzdem plagte mich ab und zu eine große Unzufriedenheit. Ich entsprach mit meiner Zufriedenheit ja nicht der gesellschaftlich angenommenen Norm, nach der Zufriedenheit nur durch absoluten, mehr oder minder kompromisslosen Individualismus zu erreichen sei.
Zudem war ich zu dieser Zeit speziell kurz vor Feiertagen und Ferienzeiten besonders unzufrieden, da die Planung und Vorbereitung Kräfte raubte und Nerven strapazierte. Die Perfektion die, die Gesellschaft bei solchen Ereignissen zu erwarten scheint, setzte mich regelmäßig furchtbar unter Druck. Und selbst Aussagen von Single-Freunden in der Arte wie „Du hast wenigstens jemanden zum Feiern und Verreisen!“, halfen mir in diesen Momenten kaum weiter.
Ich war also meist zufrieden und wenn ich unzufrieden war, dann zu 80% weil die Gesellschaft mir in irgendeiner Form suggerierte ich müsse unzufrieden sein.

Meine Theorie ist diesmal, dass man immer so zufrieden ist wie man sich fühlt, weitgehend unabhängig von den äußeren Umständen. Zufriedenheit kommt von innen, von einem selbst. Unzufriedenheit dagegen kommt häufig von außen. Vielleicht brauchen wir alle eine Art Schutzschild gegen Unzufriedenheit um unsere innere Zufriedenheit in Ruhe hegen und pflegen zu können?

Jetzt bin ich so zufrieden wie mein Schutzschild die Unzufriedenheit abhält. Dabei ist es egal, ob ich Single oder in einer Beziehung bin. Und vor allem versuche ich, dass es mir egal ist, was „die anderen“ von mir wollen.


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Texte und Design Gisela Gerlach