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Hallo und viel Spaß beim Lesen!


Revierverhalten


Wir kennen alle Beispiele für das Territorialverhalten von Tieren.

Bei Wikipedia findet man zu diesem Thema folgenden Text:
"Es dient dazu, das eigene Territorium gegen andere Tiere der gleichen Art zu verteidigen und gegen deren Territorien abzugrenzen. Auf diese Weise werden Nahrungs- und Sexualkonkurrenten auf Distanz gehalten[...]Vom Territorium zu unterscheiden ist das häufig wesentlich größere Streifgebiet, in dem sich die Tiere nur zeitweise aufhalten und das sie nicht verteidigen. Die Streifgebiete mehrerer Tiere können sich somit überlappen, nicht aber deren Territorien. Man kann das Territorium daher auch definieren als jener Teil des Streifgebiets, der gegen Artgenossen verteidigt wird. Zum Territorialverhalten können auch all jene Verhaltensweisen gezählt werden, die das Revier und vor allem seine Grenzen markieren, zum Beispiel Duftmarken oder Lautäußerungen wie der Gesang der Vögel. Manche Arten weisen hoch entwickelte Formen der Territorialverteidigung auf."

Auch bei Menschen kann man solche Verhaltensweisen beobachten. Wir errichten Zäune um unser Revier abzugrenzen, regen uns über Nachbarn auf die sich im geteilten Hausflur zu sehr ausbreiten, ärgern uns wenn jemand auf unserem Stammplatz (unserem Revier) sitzt, gehen unser Streifgebiet ab indem wir unsere Bekanntschaften pflegen und regelmäßig nach dem Rechten hören, verteidigen unser Rudel, das in gewisserweise zu unserem Revier gehört und überhaupt werden wir bissig wenn jemand unsere Grenzen verletzt.
Bei manchen männlichen Exemplaren unserer Gattung ist sogar manchmal ein Markieren des Reviers durch öffentliches urinieren, ähnlich wie bei Hunden, zu beobachten.

Allerdings hat sich unser Territorialverhalten durch das Internet noch erweitert. Besonders das Streifgebiet ist dadurch betroffen.
In Sozialen Netzwerken ist unser Profil unser Kernrevier. Wir beobachten genau, wer dort seine Marken setzt. Auch markieren wir in unserem Streifgebiet durch Kommentare, Grüße oder einfach einen kurzen "Besuch".

Haben wir ein neues Objekt der Begierde gefunden, wird dessen Revier genauestens untersucht, markiert, sofern keine Gefahr durch das Objekt der Begierde besteht, und dem eigenen Revier angeschlossen, falls das Objekt der Begierde an einem gemeinsamen Revier interessiert ist (dies ist übrigens im virtuellen Revier in der Regel deutlich schneller der Fall, als im realen Leben).
Interessant ist es, wenn in diesem virtuellen Revier Revierkämpfe entstehen. Diese entstehen selten durch Nahrungskonkurrenz aber sehr häufig durch Sexualkonkurrenz, sei sie nun vermeintlich oder echt.

Wird eine Markierung eines potentiellen Sexualkonkurrenten entdeckt, fletschen wir schnell die Zähne.
Wir versuchen die Markierung durch eigene Markierungen zu überdecken. Wir intensivieren unsere Kontrollgänge. Kurz wir benehmen uns wie die Tiere.

Meine Theorie ist, dass das Revierverhalten im Internet viel deutlicher zu beobachten ist, als im wirklichen Leben.



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CAXwOrker kommentierte am: 2010-07-02 12:06:34
Interessant, ja... Wie war das mit den Handtüchern auf den Pool- Liegen?... ;-)



Texte und Design Gisela Gerlach